Aller Anfang ist schwer…

Du hast es geschafft. Endlich hast du mit dem angefangen, was du schon so lange machen wolltest. Hochmotiviert, voller Ideen und Tatendrang. Du schreibst, malst, musizierst… Sammelst Ideen und Material für Neues und dann… Hörst du auf.

Das Projekt wird vor deinem Inneren Auge immer größer, nicht zu bewältigen, du wirst von dessen Gewicht niedergedrückt. Du suchst nach Inspiration, Motivation von deinen Vorbildern, aber alles, was es hinterlässt, ist ein Gefühl von Bedeutungslosigkeit. Was bilde ich mir hier eigentlich ein zu tun? Wer bin ich schon gegen Menschen, die ihre Worte zu einer solchen Magie verflechten können, dass man aus dem Staunen nicht herauskommt? Was habe ich für ein Recht, mich an dieser Kunst zu versuchen?

Tag ein Tag aus nimmst du dir vor, heute endlich weiterzumachen. Alles, was sich in dir angestaut hat, herauszulassen. Dir selbst beweisen, dass es zu bewältigen ist. Und am Ende des Tages hast du wieder nichts gemacht und verabscheust dich schon fast dafür. Deine Ideen verrotten in der Schreibtischschublade.

Letztendlich ist es die Angst, die einen abhält. Angst, sich selbst zu enttäuschen und an dem zu scheitern, was man sich in seinen kühnsten Träumen zusammengereimt hat. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass dieser Text nicht dazu da ist, mir selbst in den Hintern zu treten und die Stimmen, die mir sagen, ich sei nicht gut genug, zum Schweigen zu bringen. Es hilft ja alles nichts – man muss einfach anfangen. Egal was am Ende dabei herauskommt, es wird besser sein als nichts. Und es wird einen voranbringen, auf welche Art und Weise es auch sein mag.

Das hier ist kein Text, der dafür irgendwelche Lösungen bietet und in irgendwelchen pathetischen Ausschweifungen daherredet, nur an sich selbst glauben zu müssen. Er ist lediglich eine kleine Suhle für mein Selbstmitleid und ein Tritt in den Hintern, endlich wieder das zu machen, worauf ich Lust habe – und Unvollkommenheiten anzunehmen.

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